Ohne Weinkenntnisse den passenden Wein online kaufen?

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Wer kennt nicht das Problem vor dem Weinregal zu stehen und sich zu wundern, nach welcher Flasche man greifen soll? Die Meisten entscheiden sich auf Basis des Etiketts und des Preises. Was sich geschmacklich dahinter verbirgt, bleibt jedoch meist ein Rätsel, bis man die Flasche öffnet. Alternativ kann man sich auch immer für den gleichen Wein entscheiden, aber alleine in Deutschland werden 9,25 Millionen Hektoliter Wein hergestellt und weitere tolle Weine zu verpassen, ist ja nun echt schade.

 

Wein ist ein komplexes Produkt, das ist, und bleibt eine Tatsache. Aber so sind auch Computer. Nur, weil man nicht weiß, wie die hergestellt werden, heißt es noch lange nicht, dass man nicht einfach lernen kann, einen zu bedienen. Es soll dann einem selber überlassen sein, wie tief man in die Materie eingreift oder nicht. Ein einfacher Einstieg muss aber einem Laien geboten werden.

Zurzeit mangelt es dem Weinmarkt an dieser Transparenz. Einem Einsteiger wird es nicht einfach gemacht und meist verbindet er den Kauf eines Weines mit einem unangenehmen Beigeschmack. Dabei macht das Trinken des Weines doch eigentlich so viel Spaß. 

 

Es gibt aber neue Hoffnung im Markt. Tim Hanni (Master of Wine), hat nach 25 Jahren Forschung mit Genetiker, Neurologen, Psychologen, Ärzten, Köchen und viele Versuchskaninchen einen überraschenderweise, akkuraten Weg gefunden das Geschmacksprofil einer Person bestimmen zu können, anhand ein paar gezielten und einfachen Fragen.

Loivini hat sich mit Tim Hanni zusammengetan und diesen Test auf der Loivini Webseite integriert. Das Resultat sind vier verschiedene Geschmacksprofile von Weintrinkern. Angefangen beim Süßen Weintypen, der die höchste Anzahl an Geschmacksknospen besitzt und daher auch die höchste Sensitivität aufweist und nur süße Weine bevorzugt, bis zum anderen Ende des Spektrums den Toleranten Vinotypen, der aufgrund seiner geringen Anzahl an Geschmacksknospen auf der Zunge nur kräftige Weine mag.

Diese Differenzen in Geschmäcker sind zu priorisieren, wenn man Wein mit Essen paaren möchte. Einem Süßen Vinotypen hilft es nicht einen kräftigen 15 % Rotwein serviert zu bekommen, nur weil es anscheinend gut mit Steak zusammenpasst.

Leider werden, vor allem in Deutschland, süße Weine nicht gut angesehen, man bekomme ja Kopfschmerzen davon. Dabei hat man mit Riesling enorm gute und hoch qualitative Beispiele an halbtrockenen und/oder süßen Weinen. Aber wie auch einige andere falsche und veraltete Theorien von Großmutti, hat sich das im Volksmund durchgesetzt. Doch, wer sich als Süßer Vinotyp bekennt, kann jetzt ganz getrost nach einem süßen Wein fragen. Diese Präferenzen sind genetisch bedingt, da lässt sich nicht einen ‚besseren’ Geschmack antrainieren.

 

Loivini macht es sich zur Aufgabe wieder Freude beim Kauf des Weines zu schenken. Wer nicht den Unterschied zwischen Cabernet Sauvignon und Sauvignon Blanc kennt, (Für die Weinkenner: davon gibt es viele Menschen und das ist auch ok so), dem wird nun geholfen die überwältigende Anzahl von Weinen einzugrenzen und einen Wein zu finden, der zum eigenen Geschmack passt.

Es ist an der Zeit den Fokus auf den Weintrinker zu legen statt nur auf dem Wein selbst. So interessant Weinkunde auch sein möge, es gibt genug Wein Snobs. Eine neue Ansichtsweise ist längst fällig in einer doch so veralteten Welt. Es wird noch spannend im Weinmarkt, vor allem für Einsteiger.

 

  • Angela Loi
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